Diätologin Susanne Flandorfer

Essstörungen

Ernährungstherapie bei Essstörungen für junge Frauen

Essstörungen erfordern eine behutsame und unterstützende Begleitung[1][2], um das Vertrauen in deinen Körper wieder aufzubauen und alte Verhaltensmuster loszulassen.

Die Ernährungstherapie bietet dir einen geschützten Raum, in dem du dich mit deinen Ängsten und Unsicherheiten rund ums Essen auseinandersetzen kannst.

Dabei stärken wir deine Selbstfürsorge und arbeiten an einem unbeschwerten und flexiblen Essverhalten.

1180 Wien · Online

Ich begleite dich mit dem Wissen einer Therapeutin – und dem Verständnis einer, die es selbst erlebt hat.

Ernährungstherapie bei Essstörungen

Ich kenne das Gefühl, wenn Essen zum Problem wird – aus eigener Erfahrung.

Über Jahre haben Diäten, Angst vor Gewichtszunahme, Heißhunger und emotionales Essen meinen Alltag bestimmt – mit Schuldgefühlen, Versagensangst und Stress beim Auswärtsessen.

Genau deshalb habe ich Ernährungswissenschaften und später Diätologie studiert. Heute habe ich Frieden mit dem Essen und mit mir selbst geschlossen: Ich esse ohne Verbote und ohne Angst – und genieße wieder.

Zielgruppe

Ist Ernährungstherapie bei Essstörungen das Richtige für mich?

Du bist...

eine junge Frau (ca. 14 - 30 Jahre)

Deine Ärztin...

hat eine Essstörung diagnostiziert (Anorexie, Bulimie, Binge-Eating oder atypische Essstörungen)

Du...

hast zumindest schon einen Termin für deine Psychotherapie und bist stabil genug, um etwas verändern zu können.*

Du möchtest...

etwas verändern und bist bereit, neue Wege auszuprobieren

Zusammenarbeit

So läuft deine Ernährungstherapie ab

Swipe

Du bist individuell, aber viele andere haben ähnliche Probleme.

Woran können wir genau arbeiten?

Strukturierte Mahlzeiten

Aufbau von regelmäßigen Essenszeiten, um deinem Körper Sicherheit zu geben. Strategien für schwierige Momente.

Portionsgrößen

Wir arbeiten an passenden Portionsgrößen für dich und daran, dass du es wieder selbst gut einschätzen kannst.

Ängste verstehen

Angst vor bestimmten Lebensmitteln, vor Gewichtszunahme oder Kontrollverlust ist real. In der Ernährungstherapie sprechen wir offen darüber und arbeiten daran.

Regeln abbauen

Wir überprüfen Gedanken wie „Kohlenhydrate sind gefährlich" oder „Wenn ich das esse, nehme ich sofort zu". Wir bauen Einschränkungen ab.

Schrittweise Exposition

Behutsame Annäherung an Angst-Lebensmittel[3] – in deinem Tempo, ohne Überforderung.

Körperbild

Wir sehen uns an, was dein Körper für dich leistet und überlegen uns weshalb wir ihn liebevoll behandeln sollten.

Bedürfnisse wahrnehmen

Wir arbeiten daran, Bedürfnisse wie Hunger und Sättigung wieder wahrzunehmen.

Muster erkennen

Kein Kontrolltool, sondern Muster-Finder: Wir schauen gemeinsam, wann und warum es kippt.

Dein Betreuerteam

Wer hilft dir ambulant wobei?

psychologische Abklärung
1. Hausärztin/
Kinderärztin
2. Psycho-
therapeutin
3. Diäto-
login

Deine Kinder- oder Hausärztin

Du erzählst ihr von deinen Problemen. Sie wird dich wohlmöglich weiterleiten zur psychologischen Abklärung. Du erhältst eine Diagnose. Im weiteren Verlauf ist deine Ärztin für die Überwachung deiner Gesundheit verantwortlich.

Deine Psychotherapeutin

Deine Ärztin überweist dich an eine Psychotherapeutin. Sie arbeitet mit dir an deinen tieferliegenden Problemen. (z.B. Traumata, Kontrollthemen,…)

Deine Diätologin

Deine Ärztin überweist dich an eine Diätologin. Sie hilft dir ganz konkret, wieder mit deinem Körper zu arbeiten statt gegen ihn.[4] Du lernst deinem Körper wieder das zu geben, was er braucht.

Im Team am wirksamsten: Psychotherapie + Ernährungstherapie

Gemeinsam arbeiten deine Therapeutinnen daran, dich bestmöglich zu unterstützen.[5][6][7] Wenn du möchtest, tauschen sie sich untereinander auch aus, um deine Behandlung optimal abzustimmen.

Wichtig:

Wenn du nur eine Therapie in Anspruch nehmen kannst, dann hat die Psychotherapie Vorrang! Mit der Ernährungstherapie alleine stehen wir irgendwann einfach an. Die Ernährungstherapie löst deine tieferliegenden Probleme nicht.

Kosten deiner Ernährungstherapie

Erstberatung

149 €

  • 60 Minuten
  • Vernetzung mit deinem restlichen Betreuerteam, falls du das möchtest
  • Für deine Fragen habe ich auch außerhalb der Betreuungseinheit immer Zeit
Gesetzlich reglementiert
Wissenschaftlich fundiert
Empathisch

Warum du einer Diätologin vertrauen kannst

Diätologinnen: Wie Physiotherapeutinnen, nur für Ernährung.

Diätologin Susanne Flandorfer

Diätologinnen sind Gesundheitsprofis

Als Diätologin gehöre ich – wie auch Logopäd:innen oder Physiotherapeut:innen – zu den gehobenen medizinisch-therapeutischen-diagnostischen Gesundheitsberufen. In meiner Arbeit bin ich an das MTD-Gesetz gebunden, das dir einen hohen Qualitätsstandard gewährleistet.

Mein Studium der Diätologie verbindet fundiertes medizinisches Wissen mit praktischer Ernährungstherapie. In Österreich dürfen nur Diätolog:innen oder speziell ausgebildete Ärzt:innen ernährungsmedizinisch behandeln.

Ich bin Mitglied im Verband der Diätologen Österreichs und bilde mich laufend fort.

Bei mir bist du in guten Händen.

Der erste Schritt...

Bereit für ein erstes Gespräch?

Der Weg aus der Essstörung ist möglich. Nicht über Nacht, nicht ohne Stolpersteine, aber Schritt für Schritt. Ich unterstütze dich gerne dabei!

Das (video-) telefonische Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich. Wir lernen uns kennen, ich erkläre dir alles – und dann entscheidest du in Ruhe, ob du dir einen Termin ausmachen möchtest.

Kontaktiere mich. Ich freue mich!

Du brauchst jetzt Hilfe?

Wenn es dir gerade richtig schlecht geht oder du Gedanken hast, die dich belasten – du bist nicht allein. Du darfst dir Hilfe holen, jederzeit. Diese Stellen sind für dich da:

  • Telefonseelsorge Rund um die Uhr
    142
  • Rat auf Draht Krisentelefon für Kinder und Jugendliche
    147
  • Psychiatrische Soforthilfe Wien Notruf rund um die Uhr
    01/31330
  • Rettung Bei akuter Gefahr für Leib und Leben
    144
  • Europäischer Notruf Bei akuter Gefahr für Leib und Leben
    112

Sich Hilfe zu holen ist kein Zeichen von Schwäche – es zeigt, dass du auf dich aufpasst.

Kontaktiere mich

Ich freue mich auf dich

Ruf mich an oder schreib mir eine Nachricht – ich melde mich so schnell wie möglich bei dir.

Telefon

+43 681 81799728

Mo–Fr

E-Mail

office@diaetologin-flandorfer.at

Antwort so schnell wie möglich

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Canongasse 4/14
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Als Diätologin bin ich zur Verschwiegenheit verpflichtet. Ihre Daten werden vertraulich behandelt.

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FAQ: Häufige Fragen von jungen Frauen mit Essstörungen

Diese Informationen dienen der Aufklärung und ersetzen keine professionelle Diagnose oder Therapie.

Allgemeines

Brauche ich wirklich professionelle Hilfe, oder schaffe ich es alleine?

Der Wunsch, es alleine zu schaffen, ist verständlich.

Aber Essstörungen sind schwere Erkrankungen, die oft chronisch werden, wenn sie nicht behandelt werden.

Professionelle Hilfe bedeutet:

  • Du musst nicht mehr alleine kämpfen
  • Du bekommst Wissen, Struktur und emotionale Unterstützung
  • Risiken werden früh erkannt (z. B. Herz, Kreislauf, Knochengesundheit)

Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Du musst nicht warten, „bis es ganz schlimm ist".

Ich bin gar nicht so dünn, kann ich trotzdem eine Essstörung haben?

Ja.

Essstörungen sind keine Zahl auf der Waage, sondern vor allem ein innerer Kampf.

Du kannst:

  • Normalgewichtig oder mehrgewichtig sein
  • Und trotzdem massiv unter Essensregeln, Schuldgefühlen und Zwang leiden

Wenn du:

  • Ständig an Essen, Kalorien und Gewicht denkst
  • Dich stark einschränkst oder regelmäßig überisst
  • Wenn dich Essen und Körper sehr belasten

… dann lohnt es sich, Hilfe zu holen – unabhängig von deinem Gewicht.

Werden meine Eltern mit einbezogen?

Das hängt von deinem Alter und deinem Wunsch ab.

  • Unter 14: Eltern (oder eine andere Bezugsperson) werden einbezogen. Sie sind ein wichtiger Teil deines Unterstützungssystems.
  • Über 14: Du entscheidest selbst, ob und wie deine Eltern oder andere Angehörige eingebunden werden.

Wir können z. B.:

  • Ein gemeinsames Informationsgespräch machen
  • Deine Eltern darüber aufklären, was hilft – und was eher schadet
  • Konkrete Absprachen für den Alltag treffen
Was, wenn ich einen Rückfall habe?

Ein Rückfall ist kein persönliches Versagen. Er bedeutet nicht, dass „alles umsonst" war.

Rückschritte können passieren. Wichtig ist:

  • Möglichst früh Hilfe holen (Therapie, Arzt, vertraute Person)
  • Gemeinsam verstehen: Was hat den Rückfall ausgelöst?
  • Wieder zu den Strukturen zurückkehren, die dir gutgetan haben
  • Dich nicht zusätzlich mit Schuld und Scham überfluten

In unserer Zusammenarbeit ist Platz für Rückfälle. Wir nutzen sie, um dein Verständnis zu vertiefen – nicht, um dich zu verurteilen.

Wie lange dauert die Ernährungstherapie?

Das ist sehr individuell, so wie bei einer Psychotherapie. Essstörungen entwickeln sich meist über Monate oder Jahre – auch der Weg heraus braucht Zeit.

Ein paar Orientierungspunkte:

  • Einige junge Frauen sind mehrere Monate in Ernährungstherapie
  • Andere bleiben ein Jahr oder länger
  • Am Anfang sehen wir uns meist wöchentlich
  • Später können die Abstände größer werden (14-tägig, dann monatlich)
Kann ich die Therapie abbrechen, wenn es mir zu viel wird?

Ja. Die Therapie ist freiwillig. Du entscheidest, ob und wie lange du bleibst.

Gleichzeitig bin ich ehrlich: Essstörungen sind ernsthafte Erkrankungen. Wenn du merkst, dass dir etwas zu viel wird, ist das ein wichtiges Signal. Lass uns dann darüber sprechen, statt einfach abzubrechen. Oft können wir:

  • Das Tempo anpassen
  • Kleinere Schritte wählen
  • Pausen planen

Aber grundsätzlich gilt: Du hast immer das Recht, Nein zu sagen.

Wie gehe ich mit Social Media um, wenn mich schlanke Körper triggern?

Social Media kann deine Essstörung massiv verstärken – vor allem, wenn du ständig mit „perfekten" Körpern und Diättipps konfrontiert bist.

Hilfreich kann sein:

  • Account-Check: Entfolge Profilen, die dich stressen oder vergleichen lassen
  • Bewusste Zeiten: Lege Handy-freie Zeiten fest (z. B. beim Essen, vor dem Schlafen)
  • Positive Inhalte: Folge Accounts, die Körpervielfalt, Mental Health und Recovery zeigen
  • Realitätscheck: Erinnere dich: Viele Bilder sind bearbeitet und inszeniert

Wir können in der Therapie konkret anschauen, welche Inhalte dich triggern – und wie du dich besser schützen kannst.

Wie gehe ich mit sozialen Situationen um (Schule, Freundinnen)?

Essen ist sozial – und das macht es mit einer Essstörung oft besonders schwer.

Ohne dich zu kennen, kann ich leider keine konkrete Lösung anbieten. Aber du bist mit diesen Problemen nicht allein – und du musst sie nicht alleine lösen.

In der Therapie schauen wir gemeinsam auf Situationen wie:

  • Mittagessen in der Schule oder Mensa
  • Geburtstagsfeiern, Restaurantbesuche, Feiertage
  • Gespräche unter Freundinnen über Diäten, Kalorien und Körper

Wir erarbeiten Strategien, z. B.:

  • Was du sagen kannst, wenn jemand blöde Kommentare macht
  • Wie du dich auf schwierige Ess-Situationen vorbereitest
  • Wie du Grenzen setzt, ohne dich komplett zurückzuziehen
Kann ich die Ernährungstherapie auch online machen?

Ja. Ich biete Ernährungstherapie bei Essstörungen auch online an.

Online-Therapie kann sinnvoll sein, wenn:

  • Du nicht in Wien wohnst
  • Dein Alltag (Schule, Studium, Arbeit) sehr voll ist
  • Du dich in deiner gewohnten Umgebung sicherer fühlst

Wichtig: Bei starkem Untergewicht oder medizinischen Risiken muss parallel eine ärztliche Kontrolle vor Ort stattfinden. Manchmal ist eine Kombination aus Präsenz- und Online-Terminen ideal.

Wie finde ich die richtige Ernährungstherapie bei Essstörungen in Wien?

Du darfst dir die Person aussuchen, die dich begleitet. Nutze das Erstgespräch, um zu prüfen, ob es für dich passt. Fühlst du dich gesehen, ernst genommen und sicher?

Achte bei der Auswahl auf ihre Qualifikation: Diätologinnen mit Erfahrung bei Essstörungen oder Ärztinnen mit entsprechendem Zusatzdiplom helfen dir weiter.

Diese sind erfahrungsgemäß:

  • in ihrer Haltung wertschätzend und nicht verurteilend
  • bereit mit anderen Gesundheitsberufen zu kooperieren

Bei Anorexie

Was ist Anorexie?

Anorexie (Anorexia nervosa) ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, bei der Betroffene versuchen, ihr Gewicht und ihren Körper stark zu kontrollieren – meist durch sehr restriktives Essen, strenge Regeln, Kalorienzählen, Auslassen von Mahlzeiten oder auch übermäßige Bewegung. Häufig kommen eine starke Angst vor Gewichtszunahme und ein sehr kritischer Blick auf den eigenen Körper dazu.

Wichtig: Es gibt auch die atypische Anorexie. Dabei sind Gedanken und Verhalten (z. B. Restriktion, Angst vor Zunahme, starker Kontrolldruck) genauso belastend und gefährlich – auch wenn kein Untergewicht vorliegt. Das Gewicht kann im „Normalbereich" oder darüber liegen, trotzdem kann der Körper durch zu wenig Energie und/oder raschen Gewichtsverlust stark beeinträchtigt sein.

Die Diagnose sollte jedenfalls von einem Arzt gestellt werden. Wenn du den Verdacht hast, ist es sinnvoll, dir frühzeitig Unterstützung zu holen.

Kann ich wieder gesund werden?

Das ist möglich – und viele schaffen es.

Viele junge Frauen mit Anorexie schaffen es, wieder ein stabiles, freies Leben zu führen – mit Essen, das nicht mehr den ganzen Tag bestimmt.

Das kann sich so anfühlen:

  • Ein stabiles, gesundes Gewicht
  • Regelmäßige Mahlzeiten ohne Panik
  • Eine zurückgekehrte Periode (und damit Schutz für deine Knochen)
  • Mehr Platz im Kopf für Freunde, Hobbys, Ausbildung, Träume
  • Ein freundlicherer Umgang mit sich selbst und dem eigenen Körper

Der Weg ist nicht leicht, aber möglich. Du musst ihn nicht alleine gehen.

Was, wenn ich nicht zunehmen will oder große Angst davor habe?

Die Angst vor Gewichtszunahme ist bei Anorexie fast immer da – und sie ist verständlich.

In der Ernährungstherapie sprechen wir offen darüber:

  • Was bedeutet Gewichtszunahme für dich?
  • Wovor genau hast du Angst?
  • Welche Bilder und Glaubenssätze hängen daran?

Gewichtswiederherstellung ist kein kosmetisches Ziel. Es geht um:

  • Mehr Energie und weniger Erschöpfung
  • Bessere Konzentration (Schule, Studium, Arbeit)
  • Nicht mehr ständig frieren
  • Gesunde Haare, Haut, Nägel, Verdauung
  • Die Rückkehr deiner Periode und Schutz deiner Knochen

Wir gehen in einem Tempo vor, das für dich machbar ist.

Werde ich jemals wieder ein gesundes Körperbild haben?

Im Moment fühlst du dich vielleicht immer zu dick – egal, was die Waage sagt. Das gehört zur Anorexie: Dein Körperbild ist verzerrt.

Die gute Nachricht: Körperwahrnehmung ist veränderbar.

Sowohl in der Psycho- als auch in der Ernährungstherapie arbeiten wir daran aus unterschiedlichen Blickwinkeln:

  • Deine inneren „Körper-Kommentare" zu erkennen und zu hinterfragen
  • Dich im Alltag anders wahrzunehmen
  • Deinen Körper nicht nur als „Figur", sondern als lebendigen Teil von dir zu sehen

Du musst deinen Körper nicht sofort lieben. Aber du kannst lernen, ihn Schritt für Schritt freundlicher zu behandeln.

Ich spüre keinen Hunger und keine Sättigung mehr - kommt das wieder?

Ja.

Im Moment sind deine natürlichen Körpersignale durch die Mangelernährung gestört.

Mit:

  • Regelmäßigeren Mahlzeiten
  • Behutsamer Gewichtsstabilisierung oder -zunahme
  • Weniger extremen Schwankungen

kann dein Körper nach und nach wieder lernen, klarere Signale zu senden.

Viele Patientinnen berichten, dass irgendwann plötzlich wieder echtes Hungergefühl auftaucht – und später auch ein klares „Jetzt bin ich satt und zufrieden".

Ich habe plötzliche Heißhungerattacken, ist das normal?

Ja, das kann in der Genesung sehr normal sein.

Wenn du lange Zeit zu wenig gegessen hast, kann dein Körper:[8][9]

  • In eine Art „Nachholmodus" gehen
  • Plötzlich starke Gelüste und Heißhunger entwickeln
  • Vor allem auf energiereiche Lebensmittel anspringen

Das bedeutet nicht, dass du „maßlos" bist oder versagt hast. Dein Körper versucht, das Defizit auszugleichen.

In der Therapie schauen wir, wie du mit Heißhunger-Phasen umgehen kannst, ohne dich danach zu bestrafen.

Bei Bulimie

Was ist Bulimie genau?

Bulimie (Bulimia nervosa) ist eine Essstörung, bei der es typischerweise zu Essanfällen (Kontrollverlust) kommt und danach zu Gegenmaßnahmen – z. B. Erbrechen, Abführmittel, extremes Fasten oder exzessiver Sport.

Viele Betroffene wirken nach außen „funktionierend". Trotzdem kann innerlich ein massiver Leidensdruck da sein: ständiges Kreisen um Essen, Angst vor Gewichtszunahme, Scham, Heimlichkeit.

Wenn du dich in einem Kreislauf aus „Ich reiße mich zusammen" → „Es kippt" → „Ich kompensiere" → „Ich schäme mich" wiederfindest, ist das ein starkes Zeichen: Das ist nicht „fehlende Disziplin", sondern eine behandlungsbedürftige Erkrankung.

Geht Bulimie immer mit Erbrechen einher?

Nein. Viele denken bei Bulimie sofort an Erbrechen, aber „Kompensation" kann auch anders aussehen: Abführmittel, Entwässerungsmittel, extremes Fasten oder übermäßiger Sport.

Wichtig ist: Das Problem ist nicht „nur" das Erbrechen – sondern der ganze Kreislauf aus Kontrollverlust, Scham und Ausgleich. Und genau dort setzen Therapie und Ernährungsberatung an.

Was, wenn ich nach dem Essen fast automatisch ins Bad muss?

Wir arbeiten daran, genau diesen Kreislauf zu durchbrechen.

Dieser Moment ist ein Schwerpunkt: Nach-dem-Essen-Routine, Drang-Skills, Umgebung anpassen, Zwischenziele.

Warum kippe ich oft erst nach restriktiven Tagen in Essanfälle?

Das ist ein Klassiker: Restriktion (weniger essen, Verbote, „clean") erhöht biologisch und psychisch den Druck – und irgendwann „holt" sich der Körper Energie zurück.

Das ist keine Charakterschwäche. Das ist Biologie + Stress + Regel-Druck.

Deshalb ist ein Kernziel der Ernährungstherapie:

  • Restriktion abbauen
  • regelmäßige Versorgung aufbauen
  • und Essen flexibler machen
Muss ich ein Ernährungstagebuch führen?

Nur, wenn es dir hilft und dann so, dass es dich nicht triggert. Es ist ein Werkzeug, um Muster sichtbarer zu machen.

Jedenfalls:

  • Kein Kalorienzählen
  • Kein Perfektionsprojekt
Was, wenn ich mich schäme oder Angst habe, dass du mich verurteilst?

Das Schamgefühl bei Bulimie ist oft riesig.

Hier gilt: Du musst nichts beweisen. Du musst nicht „brav" sein. Du musst nicht perfekt erzählen.

Du darfst kommen wie du bist: mit Chaos, mit Rückfällen, mit Angst.

Unsere Arbeit ist nicht „Bewertung". Unsere Arbeit ist: Sicherheit, Struktur, Verständnis – und konkrete Schritte, die dich rausführen.

Bei Binge-Eating

Was ist Binge-Eating genau – und woran erkenne ich es?

Bei der Binge-Eating-Störung (BED) kommt es zu wiederkehrenden Essanfällen: In kurzer Zeit wird sehr viel gegessen und du hast das Gefühl, du kannst nicht stoppen.

Typisch ist danach starker Leidensdruck (Scham, Schuld, Traurigkeit). Viele essen schneller als sonst, essen bis unangenehm voll, essen auch ohne Hunger oder essen heimlich.

Wichtig: BED ist nicht einfach „zu viel essen". Entscheidend sind Kontrollverlust + wiederkehrende Muster + Leidensdruck.

Ich esse nicht immer riesige Mengen – zählt das trotzdem?

Viele Betroffene vergleichen sich und denken: „Es ist nicht schlimm genug."

In der Praxis ist nicht nur die Menge wichtig, sondern auch:

  • Kontrollverlust („ich kann nicht aufhören")
  • Heimlichkeit
  • starker Leidensdruck danach
  • wiederkehrendes Muster

Wenn dich dein Essverhalten belastet und du dich gefangen fühlst, ist das Grund genug, dir Hilfe zu holen.

Warum passiert Binge-Eating so oft am Nachmittag oder abends?

Häufige Gründe sind:

  • tagsüber zu wenig oder zu unregelmäßig gegessen (körperlicher Nachholbedarf)
  • Stress/Überforderung (Essen als Regulation)
  • Einsamkeit oder „endlich Ruhe"
  • strenge Regeln: „Heute war schlecht, jetzt ist eh alles egal"
  • Müdigkeit (weniger Selbstregulation)

In der Ernährungstherapie schauen wir genau auf dein Muster – und setzen dort an, wo es kippt.

Hilft eine Diät bei Binge-Eating?

Viele Betroffene haben eine lange Diätgeschichte. Verbote und Einschränkungen können Essanfälle verstärken, weil der Körper (und auch der Kopf) irgendwann „nachholt".

In der Ernährungstherapie bauen wir deshalb Stabilität und Flexibilität auf, statt neue Verbote.

Was ist der Unterschied zwischen Binge-Eating und Bulimie?

Beides beinhaltet Essanfälle. Der Unterschied:

  • Bei Bulimie gibt es typischerweise regelmäßige Ausgleichshandlungen (z. B. Erbrechen, Abführmittel, extremes Sporteln).
  • Bei Binge-Eating gibt es diese Ausgleichshandlungen nicht regelmäßig. Oft folgt eher Scham, Rückzug und manchmal „ab morgen esse ich weniger" (Restriktion).
Muss ich in der Ernährungstherapie abnehmen?

Nein. Ernährungstherapie bei Binge-Eating ist kein „Abnehmprogramm".

Der Fokus ist: Essanfälle reduzieren, Versorgung stabilisieren, Druck rausnehmen, wieder Vertrauen in Essen und den Körper aufbauen.

Wenn Gewicht ein Thema ist (medizinisch oder emotional), sprechen wir darüber ohne Diätdruck und ohne „mehr Kontrolle".

Bin ich „selbst schuld", weil ich einfach aufhören müsste?

Nein, Binge-Eating ist eine ernsthafte, psychische Erkrankung. Es braucht professionelle Unterstützung.

Essanfälle sind häufig eine Mischung aus:

  • körperlichem Mangel (z. B. nach Restriktion)
  • Stress-/Emotionsregulation
  • erlernten Mustern
  • Scham und Druck

Und genau deshalb ist Behandlung so wichtig: Du lernst neue, machbare Wege.

Quellenverzeichnis

  1. National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Eating disorders: recognition and treatment. NICE guideline NG69. 2017 (updated 2020). nice.org.uk/guidance/ng69
  2. American Psychiatric Association. Practice Guideline for the Treatment of Eating Disorders. 4th ed. American Journal of Psychiatry. 2023;180(2):167-171. DOI: 10.1176/appi.ajp.23180001
  3. Butler RM, Heimberg RG. Exposure therapy for eating disorders: A systematic review. Clinical Psychology Review. 2020;78:101851. DOI: 10.1016/j.cpr.2020.101851
  4. McMaster CM, Wade T, Franklin J, Hart S. Beyond Refeeding: The Effect of Including a Dietitian in Eating Disorder Treatment. A Systematic Review. Nutrients. 2021;13(12):4490. DOI: 10.3390/nu13124490
  5. S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Essstörungen (Kurzfassung). AWMF-Registernummer 051/026, Version 1.1 (2011). PDF
  6. S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Essstörungen. AWMF-Registernummer 051/026 (Langfassung). 2020. PDF
  7. Patientenleitlinie Essstörungen. AWMF-Registernummer 051/026, 2015 (aktualisiert). PDF
  8. Keys A, Brozek J, Henschel A, Mickelsen O, Taylor HL. The Biology of Human Starvation. Vols. 1-2. University of Minnesota Press; 1950.
  9. Dulloo AG. Physiology of weight regain: Lessons from the classic Minnesota Starvation Experiment on human body composition regulation. Obesity Reviews. 2021;22(Suppl 2):e13189. DOI: 10.1111/obr.13189

Letzte fachliche Überprüfung: · Susanne Flandorfer, BSc BSc, Diätologin